03 Sep 2017

Telekom bietet erstmals DSL ohne Telefonie

Noch vor einem Jahr wollte man bei der Telekom nichts von reinem VDSL ohne Telefonanschluss wissen. Jetzt gibt es das, aber nur für Mobilfunkkunden mit einem speziellen Altersnachweis.
Die Deutsche Telekom hat mit Magenta Zuhause Surf erstmals einen reinen Internetzugang ohne Telefonie vorgestellt, der allerdings einen Telekom-Mobilfunkvertrag voraussetzt. Der Geschäftsführer Privatkunden, Michael Hagspihl, sagte am 1. September 2017 auf der Ifa in Berlin: „Junge Leute nutzen den Mobilfunktarif zum Surfen und Telefonieren. Mit dem Anschluss zu Hause wird selten telefoniert. Und warum soll man für eine Leistung bezahlen, die man nicht nutzt? Deswegen erhalten unsere jungen Kunden ab sofort im Magenta Eins Paket: eine leistungsstarke DSL-Verbindung ohne Festnetztelefonie und einen Mobilfunktarif der Wahl.“

Das Angebot ist nur zusammen mit Magenta Eins Young für Menschen unter 27 Jahren buchbar und kostet ab 35 Euro. Magenta Zuhause Surf ist nur für Neukunden der Telekom oder bei Vertragsverlängerungen erhältlich. Der Tarif kostet im ersten Jahr 31,90 Euro und im zweiten Jahr 41,90 Euro. Auf beide Jahre gerechnet liegt der Monatspreis damit bei 36,90 Euro. Geboten werden im Festnetz jedoch nur niedrige Datenraten von bis zu 16 MBit/s.

Telekom bietet erstmals DSL ohne Telefonie
Noch vor einem Jahr wollte man bei der Telekom nichts von reinem VDSL ohne Telefonanschluss wissen. Jetzt gibt es das, aber nur für Mobilfunkkunden mit einem speziellen Altersnachweis.
Die Deutsche Telekom hat mit Magenta Zuhause Surf erstmals einen reinen Internetzugang ohne Telefonie vorgestellt, der allerdings einen Telekom-Mobilfunkvertrag voraussetzt. Der Geschäftsführer Privatkunden, Michael Hagspihl, sagte am 1. September 2017 auf der Ifa in Berlin: „Junge Leute nutzen den Mobilfunktarif zum Surfen und Telefonieren. Mit dem Anschluss zu Hause wird selten telefoniert. Und warum soll man für eine Leistung bezahlen, die man nicht nutzt? Deswegen erhalten unsere jungen Kunden ab sofort im Magenta Eins Paket: eine leistungsstarke DSL-Verbindung ohne Festnetztelefonie und einen Mobilfunktarif der Wahl.“

Das Angebot ist nur zusammen mit Magenta Eins Young für Menschen unter 27 Jahren buchbar und kostet ab 35 Euro. Magenta Zuhause Surf ist nur für Neukunden der Telekom oder bei Vertragsverlängerungen erhältlich. Der Tarif kostet im ersten Jahr 31,90 Euro und im zweiten Jahr 41,90 Euro. Auf beide Jahre gerechnet liegt der Monatspreis damit bei 36,90 Euro. Geboten werden im Festnetz jedoch nur niedrige Datenraten von bis zu 16 MBit/s.

Telekom: Nur Internet? Gibt es bei uns nicht

Einen reinen Internetzugang ohne Telefonie bot die Telekom ihren Kunden bisher nicht an. Telekom-Sprecher Markus Jodl sagte Golem.de im September 2016: „Nein, einen solchen Anschluss gibt es bei uns nicht.“ Immer mehr Mobilfunkbetreiber bieten ihren Kunden eine Flatrate auch ins Festnetz. Der Festnetzanschluss wird weniger genutzt, auch weil Messaging immer beliebter wird.

Ein Sprecher der Bundesnetzagentur erklärte dieser Redaktion ebenfalls vor rund einem Jahr: „Eine Verpflichtung, Endkunden mit einem breitbandigen Internetanschluss ohne Telefonanschluss zu versorgen, besteht nach dem Telekommunikationsgesetz derzeit nicht.“ Zitat: golem.de

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04 Apr 2017

Telekom führt Zwei-Klassen-Internet ein

Für Mobilfunk-Kunden der Deutschen Telekom klingt die Nachricht erst einmal gut. Der Konzern führt ein neues Angebot ein, bei dem die Nutzung von Musik und Videos nicht auf das mobile Datenvolumen angerechnet wird. „StreamOn“ heißt der neue Service, den Kunden ab 19. April kostenlos dazubuchen können.

Doch die Sache hat mindestens einen Haken: Das Angebot gilt nur für die Inhalte von gut 20 ausgewählten Partnern. Dazu gehören Videoangebote wie YouTube, Netflix, Sky Go, Amazon Prime oder die ZDF Mediathek. Musik können die Nutzer künftig über die Streamingdienste von Apple oder Amazon hören, ohne ihr Datenvolumen zu belasten.

Nutzer von Spotify oder Maxdome benachteiligt

Wer allerdings lieber die „Tagesschau“ statt „Heute“ sehen möchte, Kunde bei Maxdome ist und nicht bei Netflix, Musik bei Spotify oder dem Berliner Anbieter Soundcloud hört, hat Pech gehabt.

Erstaunlich ist vor allem, dass der Musikstreamingdienst Spotify zum Auftakt fehlt. Schließlich hatte die Telekom mit den Schweden 2012 erstmals ein Paket angeboten, bei dem die Daten nicht berechnet werden. Der frühere Telekom-Chef René Obermann saß zudem lange im Aufsichtsrat von Spotify. Warum die langjährige Beziehung nun offenbar nicht mehr ganz so eng ist, dazu wollten sich beide Unternehmen nicht äußern. „Wir sind derzeit im Gespräch mit der Deutschen Telekom“, erklärt eine Spotify-Sprecherin. Laut einem Insider dürften aber vor allem technische Gründe die Ursache sein. Denn bei der früheren Kooperation hatte es auch schon gehakt. So wurde die gehörte Musik nicht auf den Datenverbrauch angerechnet, die Bilder der Albumcover allerdings doch.

Die Telekom rechnet damit, dass bis zum Start noch weitere Partner hinzukommen. Vorbild sind die USA, wo die Tochter T-Mobile bereits seit mehr als drei Jahren ein solches Angebot hat. Inzwischen werden dort die Inhalte von mehr als 120 Partnern nicht auf das Datenvolumen angerechnet. „Wir revolutionieren den deutschen Mobilfunkmarkt“, sagt Telekom-Chef Niek van Damme.

Kritiker monieren Wettbewerbsverzerrung

Als Revolution sehen auch Kritiker den Vorstoß. „Das ist schlecht für den Wettbewerb, denn bestimmte Partner werden bevorzugt und alle anderen diskriminiert“, sagt Markus Beckedahl, Sprecher des Vereins Digitale Gesellschaft. Auch der SPD-Netzpolitiker Henning Tillmann, Vorstandsmitglied des Vereins D64, kritisiert das Angebot als Einstieg in ein Zwei-Klassen-Internet. „Das fördert Monopole und schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagt Tillmann. Denn der Markt würde durch die im Fachjargon „Zero Rating“ genannte Praxis verzerrt, vor allem auf Kosten von Start-ups.

Die Telekom entgegnet, dass das Angebot grundsätzlich jedem interessierten Partner kostenlos zur Verfügung steht. Beckedahl bezweifelt jedoch, dass kleinere Anbieter dabei gleich behandelt werden. Konstantin Notz, Netzpolitiker der Grünen, fordert eine eingehende Prüfung durch die Bundesnetzagentur. Auch der netzpolitische Sprecher der SPD, Lars Klingbeil, ist skeptisch. „Zero-Rating darf nicht zur Diskriminierung von Diensten führen“, sagt Klingbeil. „Wir müssen uns die Tarife deshalb sehr genau anschauen“.

SPD-Politiker fordert Verbot

Nach der derzeitigen Rechtslage ist das Angebot zulässig. Die EU hatte zwar im vergangenen Jahr Richtlinien zur sogenannten Netzneutralität verabschiedet, die dafür sorgen sollen, dass alle Anbieter im Internet gleich behandelt werden. Dabei wurde das Zero Rating jedoch ausgespart. Einzige Bedingung: Wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist und die Geschwindigkeit gedrosselt wird, muss das auch für die bevorzugten Partnerinhalte gelten. „Wir halten die EU-Regeln zur Netzneutralität ein“, erklärt ein Telekom-Sprecher. Zudem habe der Konzern das neue Angebot auch der Bundesnetzagentur vorgelegt.

Kritiker Tillmann entgegnet, dass man die Entscheidung, welche Inhalte sie nutzen, den Kunden überlassen sollte. Statt einzelne Partner zu bevorzugen, müssten die Mobilfunkanbieter ihr Datenvolumen erhöhen. Tillmann und der SPD-nahe Verein D64 wollen die Anbieter zur Not auch dazu zwingen: Sie fordern ein Verbot des Zero Rating. In den Niederlanden wurde Zero Rating 2016 verboten. In der Folge haben die Telekomanbieter das ihren Kunden zur Verfügung stehende Datenvolumen deutlich erhöht. (Quelle: tagesspiegel.de – OLIVER VOSS)

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