16 Mai 2017

Prototyp von The Machine nutzt 160 TByte Arbeitsspeicher

Hewlett Packard Enterprises neue Version von The Machine verfügt über weitaus mehr lokalen RAM als andere Systeme. Das Forschungsprojekt ist zudem mit ARM-basierten Thunder X2 und optischen Interconnects ausgestattet.
HPE hat einen weiteren Prototyp von The Machine vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Forschungsprojekt, welches das sogenannte Memory-Driven Computing vorantreiben soll. Das aktuelle Modell weist satte 160 TByte lokalen DDR4-Arbeitsspeicher auf, die von Thunder X2 mit je 32 Kernen von Cavium genutzt werden. Insgesamt rechnen im System 1.280 CPU-Kerne, sagte Hewlett Packard Enterprise auf Nachfrage. Der Prototyp läuft mit einem optimierten Linux-Derivat, das für die Verwaltung des Adressraums oder die Parallelverarbeitung bei so viel einheitlichem RAM ausgelegt ist.

The Machine besteht aus mehreren Blades, die miteinander verbunden sind – soweit ein typischer Server. Die Verbindung zwischen den insgesamt 40 Nodes wird durch FPGAs und optische X1-Photonics-Module hergestellt. HPE geht davon aus, dass die Architektur bis hin zu Systemen mit lokalem Speicher im Exabyte-Bereich skalierbar sei. Im ersten Prototyp und im neuen wird flüchtiger DDR4-RAM eingesetzt, künftig soll nichtflüchtiger 3D Resistive RAM verbaut werden, der von Western Digital stammt. Anderem sogenanntem Storage Class Memory wie Intels 3D Xpoint steht HPE offen gegenüber.

Durch den riesigen Speicherpool soll The Machine in der Lage sein, viel schneller zu rechnen, wenngleich dafür teils neue Algorithmen notwendig werden. Aktuelle Systeme, etwa Intels Xeon E7 v4, können rund 3 TByte RAM pro Sockel nutzen und IBMs kommender Power9 spricht via Memory Buffer zumindest 8 TByte an. Angesichts der 160 TByte von The Machine ist das selbst bei Octa-Sockel-Systemen wenig, zumal einzelne Blades nicht auf den lokalen Speicher der anderen Rack-Einheiten zugreifen können.

Zwar ist das Forschungsprojekt derzeit eine Serverkonfiguration, HPE zufolge könnte die Architektur aber in jeder Rechnerkategorie eingesetzt werden – von Geräten im Internet der Dinge bis hin zum Supercomputer. (Quelle: golem.de)

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29 Mrz 2017

Intel Xeon E3-1200v6: Kaby Lake für kleine Server und Workstations

Einige Monate nach den Core-i-Prozessoren der siebten Generation für Desktop-PCs und Notebooks bringt Intel nun die eng verwandten Xeons für „Single Socket“-Maschinen mit ECC-Hauptspeicher.

Mit der Baureihe Xeon E3-1200v6 mit acht Varianten ist Intels Familie der „Kaby Lake“-Prozessoren für Computer mit einem einzigen Prozessor nun weitgehend komplett. Drei der neuen E3-Xeons sind für Einsteiger-Workstations mit bis zu 64 GByte ECC-RAM gedacht und enthalten die GPU namens HD Graphics P630, für die Intel Windows-10-Treiber liefert, die für einige gängige Workstation-Anwendungen wie AutoCAD, 3DSMax, SolidWorks und SolidEdge zertifiziert sind.

Die fünf anderen Versionen vom Xeon E3-1220 v6 (3,0/3,5 GHz) bis zum Xeon E3-1280 v6 (3,9/4,2 GHz) zielen auf kleine Server für Arbeitsgruppen und Kleinfirmen, NAS-Systeme und dicht gepackte Mikroserver.

Die Performance der CPU-Kerne und der GPU entspricht praktisch jener der eng verwandten Kaby-Lake-Prozessoren Core i5-7000 und Core i7-7000 für Desktop-PCs mit LGA1151-Mainboards. Auch die Vorteile im Vergleich zu den Skylake-Vorgängern (Core i5-/i7-6000, Xeon E3-1200v5) sind bei den Xeons dieselben: Etwas höhere CPU-Taktfrequenzen, vor allem aber deutlich besser ausgestattete GPU mit De- und Encodern für 10-Bit-HEVC sowie für VP9.

Die Ausgabe von 2D- und 3D-Grafik mit 10 Bit Auflösung pro Farbkanal unterstützt Intels HD Graphics P630 aber weiterhin nicht, dafür sind Profi-Grafikkarten der Serien AMD Radeon Pro oder Nvidia Quadro nötig.

ECC-RAM

Der wichtigste Unterschied – bis auf die zertifizierten Grafiktreiber – zwischen den „normalen“ LGA1151-Prozessoren und den Xeons E3-1200 ist die Möglichkeit, die häufigsten Fehler des Hauptspeichers per Error Correction Code (ECC) auszubügeln, nämlich Ein-Bit- und manche Multi-Bit-Fehler. Die ECC-Funktion blockiert Intel bei allen Core i5 und Core i7 und sie ist auch nur bei Mainboards (und mobilen Workstations) mit „C“-Chipsätzen nutzbar, im Falle von Skylake/Kabe Lake also mit C232 oder C236.

Letzterer ist für Workstations vorgesehen und auch nötig, wenn man einen Xeon mit GPU einsetzen will (die erkennt man an der Ziffer „5“ am Ende der Typnennummer). Der C232 ist üblicherweise auf Serverboards mit Fernwartungschips wie dem Aspeed AST2400 zu finden, der einen abgespeckten Grafikkern für Remote KVM und einen lokalen VGA-Ausgang enthält.

Die Xeons E3-1200v5 und v6 lassen sich anders als ihre Vorgänger (bis v4) nicht mehr auf Mainboards mit den Z-, H- und Q-Chipsätzen nutzen; das war einst für manche Gaming-PCs beliebt. Deshalb wiederum verkaufen manche Mainboard-Hersteller auch C232- und C236-Mainboards für Privatleute.

Die neuen Xeons laufen auch auf manchen älteren LGA1151-Mainboards mit C232/C236, aber erst nach BIOS-Updates; Supermicro stellt wohl schon welche bereit. Bei Fujitsu muss man neue Board-Revisionen beschaffen, die bereits mit passendem BIOS ausgeliefert werden, vom D3417 etwa die Version D3417-B2.

Dual-Cores mit ECC

Die Xeon-Familie E3-1200v6 enthält keine 35-Watt-Sparversionen und keine Dual-Cores. Hier kann man weiterhin ältere Skylake-Typen einsetzen, etwa den Xeon E3-1240Lv5 mit lediglich 25 Watt TDP, aber auch bloß 2,1 GHz Basisfrequenz.
Um billigere Server zu ermöglichen, erlaubt Intel auf C232-/C236-Mainboards auch den Einsatz von Core i3-6000/7000, Pentium G4500/G4600 und Celeron G3900. Hier hatte es anfangs Verwirrung um die ECC-Funktion gegeben; mittlerweile meldet die CPU-Datenbank ark.intel.com aber beispielsweise für Celeron G3930 und Pentium G4620 auch „ECC Memory Supported“. Beim Core i3-7100 wiederum klappt das laut ark.intel.com noch nicht, hier steht eine Klärung aus. (ciw) (Quelle heise.de)

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